Ab dem 17. September 2012 präsentieren Christian und Karen Boros die zweite Ausstellung ihrer privaten Sammlung zeitgenössischer Kunst im Bunker in Berlin-Mitte. Aus der rund 700 Werke umfassenden Sammlung wurden 130 Arbeiten von 22 Künstlern ausgewählt. Gegenübergestellt werden Arbeiten aus den frühen 90er Jahren bis zu Werken, die erst vor wenigen Wochen erworben wurden. Wie schon bei der ersten Sammlungspräsentation haben viele Künstler ihre Arbeiten persönlich in den Räumen installiert. Die Werke der ersten Ausstellung wurden vollständig eingelagert und die 3.000 qm große Ausstellungsfläche in einem dreimonatigen Prozess umgebaut und hergerichtet.

Im Bunker werden vielseitige künstlerische Positionen aus der Sammlung Boros gezeigt, unter anderem raumspezifische Werke von Klara Lidén, Sternenbilder von Thomas Ruff, Fotografien des Turnerpreisträgers Wolfgang Tillmans und Ai Weiwei, welcher mit einem sechs Meter hohen Baum aus chinesischen Sumpfholz im Bunker vertreten ist. Der Berliner Künstler Dirk Bell hat eine 35 qm große Zeichnung unter der 3 Meter starken Bunkerdecke angebracht. Ein intimes Universum von Fabelwesen, Schwänen, Körpern und Naturelementen öffnet ein Fenster in eine andere Welt.

Wie ein Spinnennetz spannt Tomás Saraceno die Schnüre seiner Installation durch den Raum. Der in Vietnam und Dänemark aufgewachsene Danh Vo zeigt ein Fragment der in China maßstabsgetreu nachgebauten Freiheitsstatue. Das einzelne Bestandteil der originalen Kupferskulptur thematisiert sowohl Zerbrechlichkeit und als auch Veränderbarkeit von Staaten, in seinem Fall der USA. 

Über sechs Räume erstreckt sich die Installation des jungen Berlin Künstlerduos Manon Awst und Benjamin Walther: Ihre bis zu acht Meter langen Metallröhren müssen von den Gästen beim Rundgang überwunden werden. Ein weiteres Hindernis ist das scheinbar von den Straßen der Stadt in den Bunker gespülte von Olafur Eliasson.

Das Aufeinandertreffen verschiedenster Medien, wie Skulptur, Malerei, Video oder Fotografie ist ein Merkmal der neuen Ausstellung. Viele der Installationen arbeiten mit dem Thema Sound. Auf jeder der fünf Bunkeretagen wird der Besucher mit unterschiedlichen und sich überlagernden Geräuschen konfrontiert.

Alicja Kwade nimmt im Erdgeschoss das Brummen der Leuchtstoffröhren mit Mikrofonen ab und projiziert den Ton auf gewölbte Stahlplatten. Eine andere Arbeit der Künstlerin verstärkt das Geräusch des Tickens einer Uhr und lässt somit den Takt der Zeit durch den Bunker hallen. Die Arbeiten von Michael Sailstorfer dagegen sind dem alltäglichen Umfeld entnommen: das Rauschen von Laub eines kopfüber auf dem Boden schleifenden Baumes, das permanente Puffen einer Popcornmaschine und das Schleifen eines rotierenden Autorades an der Bunkerwand. 

Ab dem 17. September ist die Sammlung Boros nach Voranmeldung unter www.sammlung-boros.de an jedem Freitag, Samstag und Sonntag zu besuchen.

KURZINFO ÜBER DIE ERSTE SAMMLUNGSPRÄSENTATION

In den vergangenen 4 Jahren wurden über 120.000 Gäste von jungen Kunsthistorikern in 7.500 Führungen durch die über 80 Ausstellungsräume des Bunkers geführt. Dafür wurden wochenlange Wartezeiten in Kauf genommen, da die Feuerwehr nur Rundgänge in Gruppen mit maximal zwölf Personen durch die Ausstellung erlaubt.

ZITATE

„Die Arbeiten unserer Sammlung sind in Berlin entstanden. Hier sollen sie auch gezeigt werden. Sie gehören zu dieser Stadt!“

 „Kunst ist dazu geschaffen worden, betrachtet zu werden. Sie darf nicht in Kisten und Lagerräumen verschwinden, sondern muss gezeigt werden. Sammeln verpflichtet.“

„Wir freuen uns sehr, dass die Kunst, die unser Leben bereichert auch andere interessiert. Unsere Erfahrungen mit den Werken teilen wir gerne mit anderen Menschen.“

Christian Boros

„Viele der Arbeiten haben wir mehrere Jahre nicht gesehen. Es ist eine spannende Herausforderung, die Künstler und ihre Werke in diesem Gebäude zusammenzubringen und einen Dialog mit den Künstlern und mit den Besuchern zu initiieren. Dass die Künstler uns bei diesem Prozess unterstützen, bedeutet uns viel. “

Karen Boros

KÜNSTLER DER AUSSTELLUNG

Ai Weiwei
Awst & Walther
Dirk Bell
Cosima von Bonin
Marieta Chirulescu
Thea Djordjadze
Olafur Eliasson
Alicja Kwade
Klara Lidén
Florian Meisenberg
Roman Ondák
Stephen G. Rhodes
Thomas Ruff
Michael Sailstorfer
Tomás Saraceno
Thomas Scheibitz
Wolfgang Tillmans
Rirkrit Tiravanija
Danh Vo
Cerith Wyn Evans
Thomas Zipp